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Spiel als Seminar- und Trainingsmethode

Das australische Schwebholz

Das australische Schwebholz

Spielerisch Erkenntnisse ermöglichen

Welche Rolle können Spiele in einem teilnehmerorientieren Seminar spielen? Dieser Artikel von WOLF Trainer Erich Ziegler möchte darauf eine Antwort aus der Sicht von 15 Jahren Praxis in der Erwachsenenbildung geben.

Seminarspiele helfen ganz wesentlich dabei, Grundsätze und Einsichten zu transportieren, die er für seine Seminare und Trainings entwickelt hat. Fünf der wichtigsten Einsichten dienen als Leitfaden durch diesen Artikel.

1. Perspektivwechsel statt Verhalten üben

Der Perspektivwechsel ist eine wesentlich effizientere Seminarmethode als das Einüben von Verhaltensänderungen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Verhalten sehr stark davon abhängt, wie ich die Dinge sehe. Eine veränderte Sicht der Dinge macht eine Verhaltensänderung leicht, weil ein (neuer) Sinn sichtbar wird. Wenn ich meine Perspektive erweitere, erhalte ich auch mehr Verhaltensoptionen.

Wenn mir z.B. klar wird, dass lauthalses Brüllen: „Schlag die Tür nicht so zu!“ zwar meine augenblickliche Gefühlslage widerspiegelt, aber vielleicht nicht die optimale Methode ist, jemanden Rücksichtnahme zu vermitteln, dann denke ich mir in Zukunft vielleicht eine andere Methode dafür aus oder verfolge beide Ziele – Gefühlsausdruck und Erziehungsabsicht – mit getrenntem Verhalten.

Deshalb konzentriere ich mich in meinen Seminaren auf die Erweiterung der Perspektive, des Bewusstseins meiner Teilnehmer und sorge dafür, dass sie möglichst reichhaltige, perspektiverweiternde Erfahrungen in meinen Seminaren machen. Dafür setze ich z.B. das „Australische Schwebholz“ ein.

Das australische Schwebholz

Je acht bis zwölf Teilnehmer stehen sich in zwei Reihen gegenüber und bilden so eine Gasse. Auf ihre ausgestreckten Zeigefinger lege ich eine 2 Meter lange, leichte Holzstange (oder einen Zollstock, oder zwei eng gerollte, ineinander gesteckte Flipchartbögen), die sie auf den Boden senken sollen. Kein Teilnehmer darf den Kontakt zum Holz verlieren.

Das Verblüffende an diesem Spiel ist, dass die Stange zunächst wider Erwarten in die Höhe wandert. Dieser Effekt entsteht durch das Bestreben der Teilnehmer, den Kontakt zur Stange zu halten.

Erst die Einsicht, dass Konzentration, und das sich aufeinander Einstellen als Voraussetzung für die gemeinsame, synchronisierte Aktion einkehren muss, hilft der Gruppe, die Aufgabe zu meistern und stärkt so die Identität der einzelnen Teilnehmer in ihren sozialen Aspekten, wie Rolle, Rang etc.

2. Kreativität und Selbstverwirklichung

Kreativität ist für die Selbstverwirklichung des Menschen unabdingbar.

Jeder Mensch birgt in sich ein wahres geistiges Universum in sich. Viel von dem ist jedoch nur Potenzial. Kreativität ist sozusagen die Geburtshelferin für dieses Potenzial. Sie macht aus dem reinen Potenzial das Machbare, in die Tat umsetzbare.

Deshalb sind meine Seminare mit Methoden angefüllt, die dazu beitragen, Denkbarrieren, wie Gewohnheit, Vorurteile und Ängste, abzubauen. Hier eignen sich Nonsens-Spiele hervorragend, insbesondere das „Blinde Fangen“.

Blindes Fangen

Die Gruppe teilt sich in Paare. Ein Teilnehmender steht hinter dem anderen, die Hände auf den Schultern oder besser an den Hüften und lenkt. Er dirigiert den Vordermenschen, der mit geschlossenen Augen und ausgestreckten Armen läuft, auf dem abgegrenzten Spielfeld umher. Ein Paar fängt, alle anderen Paare versuchen zu entkommen. Wird ein Paar vom blinden Fänger berührt, wird dieses zum neuen Fängerpaar usw.

Dieses Seminarspiel ist in nahezu jeder Gruppe einsetzbar, obwohl es recht wild werden kann. Das innere Kind wird losgelassen, „wohlige Hysterie“ entsteht, Gewohnheiten und Ängste werden außer Kraft gesetzt; eine wunderbare Voraussetzung für nachfolgende kreative Prozesse, bei denen neue Wege für alte Probleme gefunden werden können.

3. Körper und Geist

Körper und Geist bilden eine unauflösbare Einheit.

Ich beobachte eine Tendenz der Menschheitsentwicklung, dass wir unser Leben zunehmend auf der geistigen Ebene verbringen. Viele der Erfindungen, die wir ganz selbstverständlich benutzen, von der elektrischen Zahnbürste bis zum ICE, der mit 300 km/h durch die Gegend saust, sind dazu gemacht worden, um seinen Nutzern Zeit zu sparen.

Wozu? Damit mehr Leben in unsere 24 Stunden passt. Damit wir mehr erleben können. Dieses Erleben findet aber immer weniger in unserem Gesamtsystem statt, also in Körper und Geist, sondern zunehmend in unserem bewussten Geist. Mit Büchern, Fernsehen, Kino, aber auch mit Telefon, Computer, Internet findet das Erleben weitgehend ohne Körper statt.

Diese Entwicklung ist meines Erachtens für Menschen universal und nicht aufzuhalten. Ich habe gegen diese Entwicklung nichts einzuwenden, denn auf geistiger Ebene ist für uns Menschen viel mehr Erleben und Erfahrung möglich ohne Gefahr für Leib und Leben.

Aber wir haben einen Körper und der mischt bei unserem geistigen Erleben – u.a. durch die Hormone – kräftig mit. Unser Geist spiegelt die körperlichen Reaktionen als Gefühle wider. Und ohne Gefühle wäre das geistige Universum, das sich in uns unübersehbar ausbreitet, blass und farblos. Unser Gefühl für Echtheit und Wirklichkeit ist eben genau das: ein Gefühl.

Für meine Arbeit bedeutet das, dass wir in einer Übergangszeit leben, wo der Körper seinen angemessenen Platz in unserer zunehmend geistigen Alltagswelt braucht. Deshalb müssen meine Seminare spürbar, erlebbar sein, wenn ich der ganzen Natur meiner Teilnehmer Rechnung tragen will. Eines der vielen Seminarspiele, mit dem ich Körper und Geist zusammenbringe, ist das „Fingerfangen“.

Fingerfangen

Die Teilnehmer stehen im Kreis, die linke Handfläche nach oben gekehrt. Der rechte Zeigefinger berührt von oben mit der Spitze die offene Hand des rechten Nachbarn. Auf Kommando „Bei drei: Eins…, zwei…, drei!“ versuchen alle, den Zeigefinger des linken Nachbarn zu fangen und gleichzeitig mit dem eigenen Zeigefinger zu entkommen. Nach zwei, drei Versuchen, wechseln sie die Hände, d.h. die Rechte ist flach, die Linke der Zeigefinger.

Es ist ein Spiel, dass ich gerade dann im Training einsetze, wenn es sehr formell und distanziert, ja sogar auch dann, wenn es feindselig zugeht. Der Einsatz dieses Spiels hat im Grunde nur da Grenzen, wo ich mich selbst als Trainer nicht traue, wo ich den Mut nicht finde, meiner eigenen Angst ins Auge zu sehen.

Wenn die Teilnehmer Spiele als unangemessen ansehen, dann bezeichne ich „Fingerfangen“ als Übung zur Integration der beiden Gehirnhälften, was es – nebenbei gesagt – ja auch ist. Dabei erläutere ich in wenigen Sätzen, wie das Hirn aufgebaut ist (links logisch, rational, etc., rechts bildhaft, assoziativ, etc.), damit der Verstand der Teilnehmer eine Erklärung hat, einen Sinn findet und die Teilnahme an der Aktivität akzeptiert.

Die Lacher setzen ein gerade, wenn das Spiel nicht klappt. Das ist für mich der zentrale, beabsichtigte Effekt. Die Teilnehmer blamieren sich, lachen darüber, brauchen nicht mehr so sehr Haltung bewahren und können sich in der Folge im Seminar entspannter benehmen. „Ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt es sich ganz ungeniert“ weiß das Sprichwort. Das heißt, das Vertrauen der einzelnen Teilnehmer in die Gruppe steigt. Mal von der heilsamen Wirkung des Lachens selbst ganz abgesehen.

4. Das biologische Belohnungssystem

Der Mensch hat ein über Hormone realisiertes biologisches Belohnungssystem auch für geistige Aktivitäten.

Wenn uns etwas gelingt, wenn wir das Gefühl haben, etwas geleistet oder eine neue Einsicht gewonnen haben, dann stellt sich in uns ein Wohlgefühl ein. Dieses Wohlgefühl wird von einem Hormoncocktail ausgelöst und steigert unser Einverstanden sein mit uns selbst, wir identifizieren uns mit unseren positiven Aspekten.

Wir haben so ein „Ja“ für uns, was unser „Ja“ für die anderen erleichtert. Deshalb ist es mir wichtig, in den Seminaren für eine gute, heitere und konstruktive Atmosphäre zu sorgen. Ein Spiel, bei dem ich den Leistungsaspekt mit sozialem Lernen kombiniere ist die „Flussüberquerung“.

Flussüberquerung

Die Ufer eines Flusses werden durch Leinen markiert. Pro Teilnehmer sollte der Fluss einen großen Schritt breit sein, beispielsweise 8 Schritte breit für 8 Teilnehmer. Jeder Teilnehmer erhält eine Pappe im Format DIN A4. Der Fluss darf nicht berührt werden: Er muss auf den Pappkartons gehend überquert werden. Berührt ein Teilnehmer den Fluss, so beginnt die gesamte Gruppe von vorn – also auch die, die schon am anderen Ufer angekommen sind! Die Pappen müssen stets Körperkontakt mit irgendeinem Teilnehmer haben, also Fuß, Hand, Finger etc., sonst müssen sie abgegeben werden. Diese verlorenen Pappen bleiben auch für spätere Versuche aus dem Spiel. Nach dem Spiel werden die Erfolgsfaktoren ermittelt: Welches Verhalten hat zum Erfolg geführt? Ergebnisse werden auf einem Flipchart gesammelt.

Um den Erfolg der Gruppe im Seminar zu garantieren, greife ich je nach Frustrationstoleranz mehr oder weniger stark mit Coachingfragen ins Geschehen ein: „Was funktioniert?“, „Worauf kommt es an?“, „Was lässt sich aus den Fehlern/Ereignissen lernen?“. Die Teilnehmer sind meist ziemlich begeistert von der Bewältigung der ungewohnten Aufgabe. Und bei Rückfragen am Ende des Seminars werden oft Einsichten aus diesem Spiel als Highlight genannt.

5. Der Mensch als soziales Wesen

Als Trainer trage ich der Tatsache Rechnung, dass der Mensch von Natur aus ein soziales Wesen ist. Der Mensch ist seiner evolutionären Entwicklung nach ein Rudel-„Tier“, also weder Einzelgänger noch Herdentier.

Wir sind untrennbar mit unserer Umwelt verbunden indem wir Einfluss nehmen und indem wir beeinflusst werden. Ein wesentlicher Bestandteil unserer Umwelt sind andere Menschen. Wir sind ihnen verbunden, nicht zuletzt, weil wir ihnen ähnlich sind, wie ein Blatt dem anderen. Blätter sind unverkennbar in ihrer Struktur und es ist klar, dass alle vom selben Baum stammen.

Unterschiede werden erst bei genauerer Betrachtung deutlich. Und: jedes Blatt ist ein eigenes, eigenständiges Blatt, individuell. Wir Menschen sind in dieser Hinsicht ähnlich. Sogar mehr unterschiedlich als gleich.

Unser Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit wird u.a. durch unsere Gemeinsamkeiten befriedigt und unser Bedürfnis nach Neuem kann gefüttert werden durch unsere Unterschiede, und zwar am besten dann, wenn wir einander keine Bedrohung darstellen. Dann fühlen wir uns wohl und entwickeln ein Verhalten, die mit unserem Umfeld verträglich ist.

Deshalb sind meine Seminare unabhängig vom Thema immer auch eine Teamentwicklung, wo Menschen einander ein Stück Vertrauen entgegenbringen, einander besser verstehen lernen und auf einander zugehen und sei es auch nur für die Dauer dieses Seminars.

Spielen versetzt die Teilnehmer aus den Regeln ihres Alltages in andere, neue Regeln. Dadurch entsteht Raum für eine Neubeurteilung der eigenen Person, sowie eine Neubewertung der Teilnehmer untereinander. Der Blick, das Bewusstsein für die anderen Teilnehmer wird erweitert und das Vorurteil, dass wir alle innerhalb von Sekunden und Minuten größtenteils unbewusst über jeden fällen, dem wir begegnen, kann ergänzt und gegebenenfalls revidiert werden. Dafür verwende ich ein Spiel, mit dem ich nahezu jedes Seminar beginne: „Gleich und Gleich…“

Gleich und Gleich…

Die Teilnehmer gehen durch den Raum und sortieren sich auf Kommando nach Kriterien, die ich vorgebe, z.B.: Augenfarbe, Raucher-Nichtraucher, Eule – Lärche (Frühaufsteher vs. Langschläfer), Geburtsort, Arbeitsort, Wohnort, Arbeit, Sternzeichen/Elemente: Luft: – Wassermann, Zwilling, Waage; Feuer – Widder, Löwe, Schütze; Erde – Stier, Jungfrau, Steinbock; Wasser – Fische, Krebs, Skorpion. Gut sind auch: a) Lerntyp: Wie–Was–Warum-Lerner b) Welche Art Training wird gewünscht: Schule, Robinson-Club, Abenteuerspielplatz, Arena (für Selbsterfahrung).

Bei diesem Seminarspiel nutze ich die Gelegenheit, einige ungeschriebene Regeln zu erläutern. Bei Augenfarbe beispielsweise, dass Individualität in meinen Seminaren großgeschrieben wird, oder bei Raucher-Nichtraucher, dass in allem Verhalten auch Vorteile stecken und diesen Vorteilen mein Hauptaugenmerk gilt.

Die Teilnehmer erfahren so, wonach sie sich richten können, dass allem Ungewohnten, das ihnen in meinen Seminaren begegnet, ein positives Menschenbild zugrunde liegt. Diese Erfahrung schafft Sicherheit und bildet so Vertrauen und stärkt die Identität. Uns Suggestopäden ist eine vertrauensvolle Atmosphäre wichtig und Spiele sind gerade dazu auf besondere Weise geeignet.

Ein guter Trainer beschränkt sich nicht darauf, bunte Seminare und Trainings zu gestalten. Er ist identitätsbildend und -stabilisierend. Meine Aufgabe in meinen Seminaren sehe ich vor allem auch darin, es dem Teilnehmer zu ermöglichen, durch Erfolge seinen Platz in der Gemeinschaft zu finden und seine Identität vor allem in seinen positiven Charaktereigenschaften zu finden, ohne die negativen aus den Augen zu verlieren, denn auch diese sind Teil unserer Identität.

Wenn wir Trainer dazu einen Beitrag leisten können, sind wir wahrhaft hilfreich.

Links:

Buchtipps:

Erich Ziegler: Das australische Schwebholz und 199 andere Spiele für Trainer und Seminarleiter. Offenbach: Gabal Verlag 2006.

Erich Ziegler: 25 Top-Spiele für Training und Seminar 1. CD-ROM aus der Reihe Jünger TrainTools. Offenbach: Gabal Verlag 2009.

Wenn Sie sich mit einem Experten über diese Thematik austauschen möchten, nehmen Sie bitte einfach Kontakt zu uns auf.

3 comments to Spiel als Seminar- und Trainingsmethode

  • S. Groß

    Der Textteil zum Perspektivenwechsel ist einleuchtend und sehr interessant. Aber das Seminarspiel „Australisches Schwebholz“ finde ich nicht sonderlich geeignet.

    Bei diesem Seminarspiel steht das Erreichen eines Teamziels im Vordergrund und das Finden eines gemeinsamen Takts, eines gleichmäßigen Rythmusses. Das Team ist bei diesem Seminarspiel erfolgreich, wenn einer den anderen beobachtet und seine Bewegungen anpasst. Daneben muss jeder seine Stabberührungen „zart“ halten.

    Perspektivenwechsel ist aber weit mehr als das. Haben Sie ein weiteres, wirklich zentral auf den Perspektivenwechsel zugeschnittenes Seminarspiel im Fundus? Gern auch per Email.

    Gruß

    Groß

    • Guten Tag Herr Groß,

      eines der besten Teamspiele in Bezug auf Perspektivwechsel und die Überwindung von Denkgrenzen ist „Beschleunigung“:

      Die Teilnehmer stehen im Kreis. Der Seminarspielleiter schaut sich vorher einen der Teilnehmer aus (XY). Dann gibt der Seminarspielleiter die Instruktionen: „Ich gebe gleich einen Ball ins Spiel, indem ich ihn XY zuwerfe. Von XY geht der Ball an ein anderes Teammitglied seiner Wahl, dabei ruft er dessen Namen. Von dem geht der Ball wieder an einen anderen, wobei auch er den Namen des Empfängers ruft. Es gelten folgende Regeln: 1. Der Ball startet bei XY und endet bei XY. 2. Jeder muss einmal Ballberührung haben, keiner darf zwei Ballberührungen haben. 3. Es muss der volle Name mit Vor- und Zunamen gerufen werden.“

      Der Seminarspielleiter sagt: „Bitte merken Sie sich den jeweiligen Namen bzw. die jeweilige Person, damit wir dieses Seminarspiel wiederholen können.“

      Dann wirft der Seminarspielleiter den Ball zu XY und der wirft ihn den Namen des nächsten rufend weiter. Zumeist wird der Ball im Zick-Zack hin und her geworfen, bis er wieder bei XY landet. Zur Übung wird dies noch einmal wiederholt.

      „Jetzt wird es ernst!“ sagt der Leiter des Seminarspiels. „Ich erhöhe auf drei Bälle und stoppe die Zeit für deren Durchlauf.“ Nach der Durchführung teilt er das Ergebnis der Gruppe mit. Er behauptet: „Das geht auch in der halben Zeit!“

      Die Teilnehmer beginnen zu überlegen, wie sie ihr Zeitergebnis verbessern können. Häufig rücken die Teilnehmer enger zusammen oder fragen, ob sie sich umstellen dürfen. Dann wiederholt der Seminarspielleiter die drei Regeln.

      Das Ergebnis, das stets besser als das erste Ergebnis ausfällt, wird vom Trainer mitgeteilt. Er behauptet wieder, dass dies auch in der halben Zeit gehe. Bevor die Teilnehmer zögerlich werden, fragt der Seminarspielleiter: „Wie geht das in der halben Zeit?“

      Der Seminarspielleiter behauptet das nach jedem Versuch. Solange, bis die Teilnehmer eine Lösung gefunden haben, die nur eine Sekunde dauert: Der Ball wird von allen gleichzeitig berührt und die Namen simultan gerufen.

      Teilnehmerzahl: mindestens 5 Teilnehmer
      Dauer bei 10 Teilnehmern: 15 Minuten
      Material: 3 kleine Bälle

      Auswertung:
      – Sie haben bis auf einmal stets versagt, dennoch hat Ihnen dieses Seminarspiel Spaß gemacht, wieso?
      – Woher kam die zündende Idee?
      – Was hat die Forderung nach Halbierung der Zeit damit zu tun?
      – Wie lässt sich dieses Prinzip übertragen?

      Erfahrung:
      Hervorragendes Teamspiel zur Überwindung von Denkgrenzen zur Neubewertung von Druck als Innovationsmotor. Der Leiter des Seminarspiels vermeidet Augenkontakt, so dass die Gruppe selbst entscheidet, wie sie vorgeht. Er halbiert stets die vorhergehende Zeit, ohne auf die (Nicht-)Erreichung beim vorhergehenden Versuch einzugehen. Meist sind 4-6 Versuche nötig.

      Das Verblüffende an diesem Spiel ist, dass Ergebnisse erzielt werden, die zunächst für unmöglich gehalten würden. Auf diese Weise werden Vorurteile über die Wirkung von Stress, die Funktion der intelligenten, innovativen Überwindung von Denkgrenzen sowie die starke Motivation von Zuversicht und stufenweisem Vorgehen eindringlich vor Augen geführt. Team-Flow wird direkt und unmittelbar erlebt: Selbstvergessenheit, starke Aufgabenorientierung etc.

      Beste Grüße

      Das WOLF Team

  • Hannelore Weber

    Der Ansatz gefällt mir sehr gut!